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#nicht immer brav aber...immer wOw


On the road again...

Immer unterwegs, immer an einem anderen Ort arbeiten. Das war ich gewöhnt aus meinem letzten Angestellten-Dasein. Berater sind immer in Bewegung, immer unterwegs. Wie sagte ein Kollege: „Du hast mittlerweile auch eine neue Adresse: Deutsche Bahn, ICE, Wagen 12, offenes Abteil, wechselnde Plätze.“ Und soll ich Ihnen was sagen, er hatte ja so Recht.

On the road again ... unsere Bloggerin Christa Nehls liebt dieses Leben!

Ich liebte den Wagen 12 im ICE. Da saß ich bequem und konnte auf dem Weg zum und vom Kunden an einem Tisch arbeiten, oder ich hatte den PC auf dem Schoß. Und ich war immer unterwegs.

Was hat das mit Kommunikation zu tun? Nun, es ist einfach wichtig, mit Kunden und Auftraggebern in Kontakt zu bleiben, besonders als Unternehmerin. Und da ist auch noch das Team, meine Berater, und mehr. 

Als ich mich 2003 endgültig selbständig machte, war meine oberste Prämisse, ich baue mein Business so auf, das ich von überall auf der Welt arbeiten kann. Damals gab es schon den Komfort von Internet. 

Und es war absehbar, dass der Komfort in der Nutzung noch zunehmen würde. Okay, damals kostete mich eine Stunde Internet über Telefon noch ca. 80 DM/Stunde. Doch das änderte sich schnell mit den ersten DSL-Anschlüssen.

Wie ist das heute? Seit einem Jahr bin ich sehr viel unterwegs, da ich mein Business umbaue und erweitere. So konnte ich erfahren, wie es ist, von überall auf der Welt arbeiten zu können. Okay, noch nicht überall, nur Europa und USA und auf einem Kreuzfahrtschiff (in der Karibik). Aber doch schon sehr unterschiedliche Welten und Arbeitsweisen.

Nun denn, in der Bilanz sind es eher gemischte Gefühle. Beim Auto fahren - so allein mit mir - ist das höchste an Arbeit einerseits telefonieren und andererseits Hörbücher hören oder denken oder nur fahren. Habe ich Beifahrer, reden wir und denken und arbeiten, auf dem Beifahrersitz ist der PC im Einsatz.

Bin ich irgendwo angekommen, komme ich selten zur Ruhe. Es sind nur kurze Intermezzi. Bin ich zu Besuch bei Freunden oder Geschäftspartnern, ist es eher möglich zu arbeiten und vor allem auch konzentriert zu arbeiten, alle haben einen schnellen Internetanschluss. 

Häufig genug sitze ich auch einmal in einem Restaurant, Café, Hotelzimmer, Zug oder Flughafen und arbeite. Das ist dann eher eine Herausforderung, da nicht alle Örtlichkeiten die Ruhe einer Denkerklause oder DB Lounge haben.

Die größte Herausforderung bisher war das Kreuzfahrtschiff. Als ich die Preise zur Internetnutzung entdeckte, war der Urlaub mit einem Mal ganz wichtig. Eine Stunde Internet 36 US$. Telefonieren ging nur im Hafen. Okay, auf dem Schiff ging es auch über Satellit... und so weiter. Diese Erfahrung war insofern spannend, dass ich Zeit fand zu entspannen und zu entschleunigen. Die Welt war nicht mehr allzeit präsent und erreichbar, der Kosmos war beschränkt auf das Schiff und damit einigermaßen überschaubar.

Eine Zeitlang war ich sogar irritiert, fehlten doch die allgegenwärtigen Unterbrechungen durch Telefone und PCs (E-Mail, soziale Medien, Skype etc.) oder Türklingel. Die Kommunikation bekam eine andere Qualität. Auf dem Schiff wurde persönlich von Angesicht zu Angesicht oder gar nicht kommuniziert.

Unsere heutige Welt ist eine Welt, in der wir immer und überall erreichbar sind. Die Herausforderung für uns alle ist zu begreifen, sich eigene Regeln für die moderne Kommunikation zu schaffen. Heraus aus der permanenten Erreichbarkeit hinein in die Zeitautonomie. Und noch wichtiger, diese Regeln für sich selbst als verbindlich ansehen und umsetzen.

Ganz ehrlich, wenn ich in einem Restaurant oder Zug sitze, will ich nicht den Telefonaten anderer Leute zuhören müssen. Geheimtipp: In den Zügen der Deutschen Bahn gibt es „PSST-Abteile“. Da wird nur gechillt ohne Handy, ohne PC, ohne Kopfhörer. Kaum vorstellbar, aber sehr entspannend.

Ja, eine Welt der Stille hat etwas. Das fiel mir heute bei meinem Waldspaziergang auf. Am lautesten waren die Spechte, die an den Stämmen trommelten mit unterschiedlichen Resonanzen. Herrlich, und kein Telefon, das sich mit irgendeinem Geräusch meldete. Wie lernte ich neulich von Tinnitus-Geschädigten: „Stille wäre das größte Geschenk überhaupt. Immer diesen Ton im Ohr.“

Ich habe für mich gelernt, dass von überall auf der Welt arbeiten können, sicherlich gut für mich ist. Gleichzeitig zahle ich einen hohen Preis: die Medien, die mir diese Freiheit geben, sind auch gleichzeitig die Medien, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. 

Daher liebe und hasse ich mein IPhone gleichermaßen, denn es beinhaltet locker mein ganzes Büro, und es hat alle Störfaktoren eingebaut, die mich vom Denken abhalten. Und doch möchte ich keinen Augenblick des Unterwegs Seins missen. Mein Traum ist wahr geworden und ich mag ihn.

Tja, immer unterwegs, immer erreichbar, immer im Einsatz. Schön, wenn Ruhe und Geruhsamkeit einkehrt und wir diese genießen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei aller Umtriebigkeit den Mut, auch einmal nicht erreichbar zu sein.

Ihre












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