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Ein Londoner Gericht gab Donnerstag einem entsprechenden Antrag der schwedischen Justiz statt. Der Wikileaks-Gründer Assange soll an Schweden ausgeliefert werden.

Soll an Schweden ausgeliefert werden.
Dem derzeit in Großbritannien unter Hausarrest stehenden Assange wird in Schweden Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Der Wikileaks-Gründer weist die Vorwürfe jedoch zurück und sieht diese als Teil eines Komplotts. Seinen sicherlich nicht unbegründete Befürchtung ist, dass Schweden ihn letztlich an die USA ausliefern könnte. Wegen der Veröffentlichung geheimer Regierungsdokumente auf Wikileaks hatten manche Politiker in den USA sogar die Todesstrafe für den Internet-Aktivisten gefordert.

Richter Howard Riddle wies den Vorwurf zurück, Assange sei das Opfer einer Intrige. Das Argument der Verteidigung, Assange könne in Schweden nicht mit einem "fairen Prozess" rechnen, ließ Riddle nicht gelten. Auch die Befürchtung, Assange könne über Schweden an die USA ausgeliefert, dort im Gefangenenlager Guantánamo inhaftiert und sogar zum Tode verurteilt werden, sei nach seiner Einschätzung unbegründet, sagte der Richter. Aber sogar Richter sollen sich schon getäuscht haben ...

"Wir werden Berufung einlegen", erklärte Assanges Anwalt Geoffrey Robertson hingegen unmittelbar nach der Entscheidung des Gerichts. Ein weiterer Anwalt, Mark Stephens, stellte klar, dass die Berufung innerhalb von acht Tagen vor dem Hohen Gerichtshof in London eingereicht werde. In Stockholm wurde die Ankündigung der Berufung mit Bedauern aufgenommen. Damit verzögere sich die Auslieferung Assanges, sagte der Anwalt der beiden mutmaßlichen Opfer des Wikileaks-Chefs, Claes Borgström der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Seinen Klientinnen habe er gesagt, er hoffe, den Prozess noch vor dem Sommer abschließen zu können.

Mehr zu der angeblichen Vergewaltigung im "Das Magazin": Assange, der Neo der Gegenwart?

Assanges Mutter nannte den Auslieferungsbeschluss gegen ihren Sohn eine "politische und juristische Gruppenvergewaltigung". Es handle sich um eine "David-gegen-Goliath-Situation", sagte Christine Assange der australischen Nachrichtenagentur AAP. Ihre größte Angst sei, dass die westliche Welt "in ihren Anstrengungen, jemandem zum Schweigen zu bringen, über Grenzen hinweg jedes Gesetz brechen wird, um ihm habhaft zu werden".

Das Enthüllungsportal Wikileaks hatte vergangenes Jahr geheime US-Dokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan veröffentlicht und vor einigen Monaten mit der Veröffentlichung von mehr als 250.000 vertraulichen Depeschen der US-Diplomatie begonnen.


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