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Es war der 2. Mai 1962, als Mrs. Robert Lee Kidd, das Büro des "San Francisco Examiner" betrat und folgende Anzeige aufgab: "Ich möchte verhindern, dass mein über alles geliebter Mann in der Gaskammer für ein Verbrechen hingerichtet wird, das er nicht begangen hat. Dafür biete ich einem guten Rechtsanwalt, der meinen Gatten verteidigt und seine Unschuld nachweist, für die Dauer von zehn Jahren meine Dienste an..."

Vincent Hallinan (rechts), berühmter Verteidiger aus SF.
"...als Köchin, Hausmädchen oder Wirtschafterin an. 522 Hayes St. UN 3-9799." Der Ehemann von Mrs. Kidd war angeklagt, den 71jährigen Antiquitätenhändler Albert Clarke aus San Francisco brutal gefoltert und dann ermordet zu haben. 

Auf der Mordwaffe, einem verzierten Schwert, waren die blutigen Fingerabdrücke von Mr. Kidd gefunden worden. Seine Frau jedoch beharrte auf ihrer Aussage, dass ihr Mann in der Tatnacht zu Hause gewesen sei und er daher das Verbrechen auf keinen Fall begangen habe. Kidd stand bereits zweimal schon wegen dieses Mordes vor Gericht. Doch beim zweiten Verfahren endete dieses mit dem Todesurteil. 

Da die Geldmittel alle erschöpft waren, entschloss sich Mrs. Kidd zu ihrem ungewöhnlichen Angebot. Am 3.Mai 1962 erschien diese Anzeige mit einem unerwarteten Aufhänger. Der "Examiner" witterte eine grosse Auflage und brachte die Kidd-Story auf der Titelseite. So wurde einer der bekanntesten Anwälte von San Francisco, Vincent Hallinan, auf diesen Artikel aufmerksam und übernahm den Fall. 

Und Hallinan konnte in der Verhandlung schon als erstes nachweisen, dass die Mordwaffe nicht das Schwert war. Auch erklärte er, wie die blutigen Fingerabdrücke seines Mandanten dorthin gekommen waren. Ein Freund und der Angeklagte waren einige Zeit vor dem Tod des alten Mannes in dessen Geschäft gewesen. Und als sie zum Scherz mit der Waffe hantierten, hatte Kidd sich verletzt. 

Die Jury zog sich zur Beratung zurück und kam schliesslich nach elf Stunden zum Schluss, dass Kidd unschuldig sei. So verliessen beide, er und seine Frau, als freie Menschen den Gerichtssaal. Denn Rechtsanwalt Hallinan verzichtete grosszügig auf Mrs. Kidds Angebot, zehn Jahre lang für ihn zu arbeiten.

Kidd hatte in diesem Falle grosses Glück, was man vielleicht von einigen von den zu Tode Verurteilten in den Vereinigten Staaten nicht behaupten kann. Denn immer wieder wurden und werden grobfahrlässige Fehler bei den Recherchen aufgedeckt! Leider oft zu spät für die Unglücklichen!

Die Frage bleibt offen: Todesstrafe oder nicht? Denn wenn nur ein Unschuldiger dran glauben muss, dann ist es einer zuviel! Und wenn jemand wirklich so ein brutales Verbrechen begeht, sollte man eine andere Form der Strafe finden, dann ist nämlich diese Art noch zu human!

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