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Der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi hat mit seinem Buch "Vatikan AG" in seiner Heimat für einige Aufregung gesorgt. Jetzt ist sein Aufdecker-Bestseller, der die Vatikanbank als riesige Geldwaschanlage enttarnt, auch auf Deutsch erschienen. 

  
Zunächst, so Gianluigi Nuzzi, wolle er klarstellen: Er habe kein Buch gegen die Kirche geschrieben, sondern gegen einige Menschen, die das Vertrauen der Kirche aus Gier nach Macht und Einfluss missbraucht haben.

"Es ging um schmutziges Geld, und die Vatikanbank hat als Geldwaschanlage mitten in Rom gearbeitet", so Nuzzi, der bei Zeitungen wie der "Corriere della Sera" als Aufdecker tätig war. Der Journalist zeigt in seinem Buch, wie das Machtsystem des Vatikans über Jahrzehnte funktionierte und die Vatikanbank, die offiziell "Institut für religiöse Werke" (Instituto per le Opere di Religione, IOR) heißt, Millionen an Mafia- und Politiker-Schmiergeld wusch. So seien allein über das Konto des siebenmaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti über 60 Millionen Euro geflossen. 

Die Bomben platzen liess der verstorbene Renato Dardozzi, Mitglied der Hochfinanz des Vatikans. Der war zwar ein loyaler Diener der Kirche, veranlasste jedoch testamentarisch die posthume Veröffentlichung jener Akten und Dokumente, derer er im Laufe seiner Arbeit im Vatikan habhaft werden konnte. 

Dardozzi wurde in den 90ern dazu berufen, die Vatikanbank von Mafia, Geldwäsche und Korruption, in denen sie sich verfangen hatte, reinzuwaschen.

Tatsächlich aber fanden eben diese Praktiken auch unter Dardozzi ihre Fortsetzung. Dank des Bankgeheimnisses entstand eine Offshore- Finanzstruktur, über die Schmiergelder, Steuerhinterziehungen und Mafiazahlungen liefen. 

Die Finanzwelt des Vatikans war an grossen Schmiergeldaffären im Italien der frühen 90ern massgeblich beteiligt. Die daraufhin von der Justiz in Italien und im Vatikan eingeleitete Operation der "sauberen Hände" sollte dieses System stürzen, was der Vatikan unter Papst Johannes Paul II. allerdings verhinderte. Tatsächlich blieb die Vatikanbank lange Jahre ein Hafen für schmutziges Geld.

Erst jetzt scheint Papst Benedikt XVI. gewillt sein, vor dem Hintergrund der Finanzkrise Transparenz in die dunkle Finanzwelt des Vatikans zu bringen. Und damit die alte Riege der Vatikanfinanz endlich zu entmachten. Denn so bekäme die katholische Kirche eine Chance, sich wieder mehr Achtung zu verschaffen.

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