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Genau vor zehn Jahren, am 2. Oktober 2001, kurz nach 16 Uhr. Was niemand und schon gar nicht in der Schweiz für möglich gehalten hatte, wurde bittere Realität: Der Vorzeige-Airline Swissair ging buchstäblich das Benzin aus - die Jets blieben am Boden. Und das Grounding der Swissair sollte auch die Grundfeste der gesamten Schweiz erschüttern.

Das Unvorstellbare war eingetreten. Die stolze Swissair-Flotte am Boden! Grounding.
Wie hatte es soweit kommen können? In den Jahren vor 2001 hatte die Swissair eine ehrgeizige und sehr teure Wachstumsstrategie verfolgt - die nicht aufging. Trotz den folgenden Sanierungsbemühungen von Chef Mario Corti geriet der Stolz der Schweiz nach dem 11. September endgültig in Schieflage. Die Angst vor Terroranschlägen und handfeste Flugverbote liessen die Passagierzahlen dramatisch sinken.

Der ohnehin am finanziellen Abgrund arbeitenden Swissair drohte nun das Geld auszugehen. Die Swissair-Führung, die Grossbanken UBS und Credit Suisse, sogar der Bundesrat tagten in Krisensitzungen und versprachen finanzielle Hilfe. Am 1. Oktober gaben sie die Nachlassstundung der Swissair bekannt, und bekundeten den Willen, den Flugbetrieb der Swissair aufrechtzuerhalten.

Doch Geschäftspartner wie zum Beispiel Treibstofflieferanten wollten sofort Geld von der Swissair sehen. Als die Hilfsgelder von Bund und Banken im Lauf des 2. Oktober nicht eintrafen, wofür der Grund bis heute nicht restlos geklärt ist, wurde die Swissair endgültig zahlungsunfähig - Corti ordnete das Grounding an. Die Swissair war am Boden. Sprichwörtlich wie real.




Kurz nach 16 Uhr kam über Lautsprecher am Flughafen in Kloten eine Durchsage, die in die Geschichte eingegangen ist: "Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste, aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen." Weltweit 38'000 Passagiere standen plötzlich ohne Flugverbindung da.

Das Ende der Swissair, einem der bekanntesten Markenzeichen der Schweiz in der Welt, traf die Nation tief ins Mark. Die Wut über das Grounding richtete sich in erster Linie gegen die Banken, vor allem die UBS und ihren damaligen Präsidenten Marcel Ospel, denen man vorwarf, der Airline den Todesstoss versetzt zu haben.

Ospel erklärte am Tag darauf, die Swissair hätte am 2. Oktober die nötigen Mittel für den Flugbetrieb auf ihren UBS-Konten gehabt und deutete damit an, das Grounding wäre zu vermeiden gewesen. Mario Corti widersprach dem aufs Heftigste. Noch bis heute wirken die Folgen des Groundings nach, auch weil offiziell viele "Ungereimtheiten" vorallem was die Rolle der Banken betrifft, nicht geklärt wurden.

Auch Sanierer Mario Corti war nach dem Grounding am Boden - zerstört.
In der Zeit zwischen dem Grounding der Swissair am 2. Oktober 2001 und dem Start der neu gegründeten Swiss am 1. März 2002 wurde die Swissair dann vom Schweizer Staat mit den notwendigen liquiden Mitteln unterstützt.

Doch auch die neu gegründete Swiss International Air Lines war nicht vom Erfolg verwöhnt. Nach mehreren Anläufen und unter dem Druck hoher Verluste wurde die Swiss dann 2005 von den Grossaktionären, zu denen insbesondere Credit Suisse, UBS, die Schweizerische Eidgenossenschaft und der Kanton Zürich gehörten, an die deutsche Lufthansa verkauft.

Heute betont die wieder mit Gewinn fliegende Airline ihre Schweizer Werte mit dem Werbeslogan "Our sign is a promise" (unser Zeichen ist ein Versprechen). 2009 wurde Swiss unter 160 bewerteten Fluggesellschaften als "Beste Fluggesellschaft Europas" auf der Kurz- und Langstrecke ausgezeichnet. Für 2011 werden wieder mehr als 14 Millionen Fluggäste erwartet.

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